in Hamburg Flottbek

Zu Besuch bei Sarah Menz

Dieses Mal zeigt uns Innenarchitektin und Wohnexpertin Sarah Menz ihr Zuhause. Vor vier Jahren zog sie mit ihrem Mann Torge und den zwei Töchtern Ida (11) und Lis (10) an den Hamburfer Stadtrand.
Der zweistöckige Reihenbungalow aus den 1960er Jahren ist inzwischen fertig renoviert und wurde frisch von den Fotografinnen Anna Sauvigny und Silke Zander fotografiert.

 

Die Bilder haben auch Steffi Luxat vom Blog Ohhh Mhhh begeistert. Sie traf Sarah zur Haustour und entlockte ihr im Interview fünf Einrichtungstricks, mit denen man ein kleines Haus gemütlich macht und dabei die Balance zu klarer Leichtigkeit hält (s. weiter unten auf dieser Seite).

Die weiße grifflose Küche ist von Ikea, die Arbeitsplatte wurde vom Steinmetz (Harms und Söhne) gefertigt. Leuchte über dem Tisch von Habitat, Wandregal von Sostrene Grene, Esstisch von Verpan, Arne Jacobsen 7er Stühle von Fritz Hansen

Die Walkaraffe auf dem Sideboard ist von Jonathan Adler über Weide Hamburg, weiße Lyngbyvasen in verschiedenen Größen ab € 49,-

Decke von Eleanor Pritchard, Dot Kissen € 79,-, Tray Coffee Table € 209,-, 
Sessel und Sideboard Vintage. Das Mags Soft Sofa von HAY kann bei LYS individuell konfiguriert werden

Marienkäfer Print von Charley Harper, Porzellanschale von Petite Friture, Walkaraffe von Jonathan Adler über Weide Hamburg, weiße Lyngby Porzellanvasen ab € 49,-
JWDA Tischleuchte € 169,-

Der Hocker aus Edelstahl ist von Tolix
Outdoor-Sessel von Mexico Chair

Der alte Schulschreibtisch ist ein Flohmarktfund. Das String Pocket Regal wird in limettengelb leider nicht mehr hergestellt. Schreibtischleuchte von Jieldé über LYS

Fünf Tipps von Sarah Menz, wie man Klarheit und Leichtigkeit in ein Haus oder eine Wohnung bringt.*

 

1. Alles hat seinen Platz.

Natürlich sieht es auch bei uns nicht immer so ordentlich aus wie auf diesen Bildern. Aber schon ganz schön ordentlich. Da bin ich bekennende Spießerin. Erstens, weil ich mein Büro im Haus habe und auch öfter mal durch die Zimmer laufe. Und da möchte ich es einfach hübsch haben. Außerdem finde ich, dass chaotische kleine Zimmer noch kleiner wirken als aufgeräumte. Ganz einfach. Daher auch die Tagesdecken bei den Kindern und in unserem Schlafzimmer. Das ist nur ein Trick von vielen.

Prinzipiell hat alles seinen festen Platz.

Und den kennen alle. So kommt niemand in Not, einfach irgendwas irgendwo abzulegen. Also vom Prinzip her, räusper...

 

2. Gut Ding braucht Weile.

Mein Mantra ist: Gut Ding braucht Weile. Besonders, wenn man ein Haus kauft und das Konto erst einmal mehr als leer ist. Unsere Küche gibt es so erst seit letztem Sommer. Wir haben darauf gespart. Was gut war, weil wir im Umzugsstress vielleicht aus der Not heraus eine falsche Entscheidung getroffen hätten. Und es hat etwas gedauert, bis die Küche feststand. Ich wollte als Basis eine eher klassische Küche – weiße Fronten mit Marmorplatte vom Steinmetz. Die kann man immer haben, denke ich. Aber es kann gut sein, dass mir die Wandfarbe und die goldenen Gadgets in ein paar Jahren nicht mehr gefallen, dann kann ich das schnell ändern, ohne dass es mich ein Vermögen kostet.

 

3. Alles an die Wand oder auf Füße.

Möbel, die an der Wand hängen oder auf hohen Füßen stehen, wirken nicht so massiv wie die, die direkt auf dem Boden liegen. Das ist bei kleinen Räumen wichtig und wirkt viel luftiger und leichter. Da kann quasi immer ein Lüftchen unten drunter lang ziehen. Nein, nein, nein, bitte nicht den Platz da drunter dann wieder für anderes nutzen. Sonst war’s das mit dem Lüftchen und der Leichtigkeit wieder.

 

4. Farbe für mehr Stimmung.

Am Anfang haben wir (auch aus Zeitnot) zuerst einmal alles Weiß gestrichen. Nach und nach kamen Farben ins Spiel. Ich halte nichts von der These, dass man kleine Räume nur hell streichen sollte, weil sie sonst noch kleiner wirken. Gerade aus kleinen Räumen muss man doch das meiste rausholen, ihnen Charakter geben und eine Eigenständigkeit. Das geht mit Farbe, auch mit dunklen Tönen, wunderbar. Farben schaffen ebenfalls Klarheit. Und Zugehörigkeit. Unsere Küche hat eine große blaue Wand, die signalisiert – hier Küche – is klar, oder?

 

5. Mut zur Lücke

Kommen wir zum schwierigsten Tipp: sich zu trauen, Flächen frei zu lassen. Oh ja, für viele undenkbar, aber genau damit bekommt man das Gefühl von Leichtigkeit in einem Raum. Wenn aus einer Fläche nicht gleich eine Ablagefläche gemacht wird. Die höchste Form des Deko-Detoxes. Sich ganz genau überlegen, was man dort gern täglich sehen würde. Eine Lampe, eine Vase, ein Dekoteil – fertig. Die magische Deko-Drei ist erreicht  und siehe da – sieht gut aus. Muss gar nicht mehr drauf auf den kleinen Tisch. Bei größeren Kommoden geht natürlich mehr. Wie wäre es mit fünf Sachen? Alles eine Frage der Übung.

 

*in Zusammenarbeit mit Steffi Luxat vom Blog Ohhh Mhhh